Gefahrstoffkonzept Landkreis Aichach-Friedberg

 

Gefahrstoffkonzept AIC-FDB - 034(1)

Im Rahmen der regelmäßig wiederkehrenden gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen der Feuerwehren im Landkreis wurden am Samstag die Führungskräfte der Feuerwehren aus Aichach, Friedberg und Mering auf das neu erarbeiteten Gefahrstoffkonzept des Landkreis Aichach-Friedberg geschult.

 

Im Jahre 1996 wurde der damalige ABC-Zug des MHD Augsburg von der Feuerwehr Aichach übernommen und als Gefahrstoffeinheit im Landkreis etabliert.

 

Über die Jahre hinweg wurde zwar die Meßeinheit mit einem Fahrzeug zur ABC-Erkundung technisch auf den neuesten Stand gebracht, das zweite Modul zur Dekontamination von Einsatzkräften wurde aber seit der Übernahme nie erneuert und war dementsprechend nicht mehr auf dem Stand der Zeit.

 

Da nicht absehbar war, wann diese wichtige Einheit durch den Bund erneuert würde, wurde durch die Feuerwehr Aichach ein neuartiges Konzept für die ABC-Abwehr im Landkreis Aichach-Friedberg erstellt. Da bereits in der Planungsphase erkennbar war, dass diese Aufgabe nicht allein durch eine Feuerwehr bewältigt werden kann, wurden die beiden Feuerwehren Friedberg und Mering, welche ebenfalls über eine erweiterte Gefahrstoffausrüstung verfügen mit ins Boot geholt.

 

Das neue Konzept sieht nun eine zweigeteilte Dekontaminationsausrüstung vor, welche in der Standardausrüstung bei allen drei Feuerwehren vorgehalten wird, sowie eine erweiterte Ausrüstung welche bei der Feuerwehr Aichach gelagert ist. Zusätzlich zur technischen Ausstattung der Feuerwehren wurde auch die Alarm- und Ausrückeordnung bei Gefahrstoffeinsätzen neu erarbeitet und entsprechend umgestellt.

Kommt es nun im Landkreis zu einem Einsatz mit gefährlichen Stoffen werden alle drei Feuerwehren alarmiert und ergänzen sich im Einsatzfall entsprechend. Die, dem Einsatzort nächste Feuerwehr mit der Zusatzausrüstung beginnt mit den Erstmaßnahmen und wird dann durch die nachrückenden Einheiten verstärkt, bzw. ergänzt. Eine Alarmierung von drei spezialisierten Feuerwehren war nötig geworden, da bei einem Gefahrstoffeinsatz eine Vielzahl von besonders ausgebildeten Kräften nötig ist. Insbesondere der Einsatz unter Chemikalienschutzanzügen und der Aufbau eines Dekontaminationsplatzes bedarf einer besonderen Schulung der Einsatzkräfte.

Zusätzlich wurde auch noch die Meßstrategie bei Aufspüren von Schadstoffen neu geregelt. Auch hier verfügen die Feuerwehren aus Friedberg und Mering über eine Grundausstattung, welche dann durch den ABC-Erkunder der Feuerwehr Aichach ergänzt wird.

Bei der Fortbildung am Samstag wurden nun die Führungskräfte der drei Feuerwehren auf das neue Konzept eingewiesen und in der praktischen Ausbildung mit den neuen Ausrüstungsgegenständen vertraut gemacht.

Ein weiteres Thema der Fortbildung war die Vorstellung der Analytischen Task Force der Berufsfeuerwehr München, welche durch Herrn Hartwig erfolgte. In diesem Themenblock wurde die Ausrüstung und die Arbeitsweise dieser Spezialeinheit erläutert. Die Analytische Task Force ist für den gesamten süddeutschen Raum zuständig und kommt dann zum Einsatz, wenn die örtlichen Einsatzkräfte weiteres Spezialgerät und Fachberatung benötigen.

Das, durch die drei Feuerwehren erstellte Konzept, wurde durch das Landratsamt genehmigt und mit ca. 18.000 € gefördert.

Durch die technische Neuausstattung steht nun den Landkreisfeuerwehren eine solide Basis für zukünftige Einsätze im ABC-Bereich zur Verfügung, welche den derzeitigen Anforderungen entspricht. Somit ist ein sicheres Arbeiten für die ehrenamtlichen Kräfte in einem sehr anspruchsvollen Einsatzsegment jederzeit gewährleistet.

 

 

Quellen: Bericht der Friedberger Allgemeine, Bericht der Feuerwehr Aichach